jedes ideal erzeugt ebensoviele heilige wie märtyrer. (franz kafka)
ich will gar nicht
immerfort
woandershin.-
aber es können dürfen
(heinz kahlau)
http://myblog.de/gelbvogel
Gratis bloggen bei myblog.de
|
|
wo ich wohne
als ich das fenster öffnete, schwammen fische ins zimmer, heringe. es schien eben ein schwarm vorüberzuziehen. auch zwischen den birnbäumen spielten sie. die meisten aber hielten sich noch im wald, über den schonungen und den kiesgruben.
sie sind lästig. lästiger aber sind noch die matrosen (auch höhere Ränge, Steuerleute, Kapitäne), die vielfach ans offene fenster kommen und um Feuer bitten für ihren schlechten Tabak. Ich will ausziehen.
günther eich
|
|
|
eine asoziale sache
das heilmittel gegen das altern (zumindest das schnelle altern) scheint gefunden, zumindest wenn man dem aktuellen diskurs in der anti-agaging-medizin glauben schenken darf. das rezept des "well-agings" heißt:
DINNER-CANCELLING also nichts wirklich neues - eine alte idee in neuem kleid (man beachte die unverzichtbar stylishen anglizismen)
wie muss man sich das vorstellen:
der moderne "wellgeagte" mensch nimmt also aus angst vor schlaganfall, diabetes und dem altern im allgemeinen ab 17h keine feste nahrung mehr zu sich bis zum morgen des nächsten tages.

vorteile: - hohe regeneration von körperzellen, da keine energie mehr für verdauung verschwendet wird. - durch leichte unterzuckerung kommt es zur aussschüttung von wachstumshormonen somatropin und melatonin. - tierversuche an mäusen und fadenwürmern belegen, dass zumindest für diese tiergattungen das dinnercancelling eine erhöhung ihres lebensalters um 40% zur folge hat.
nachteil: der wellgeagte mensch ist ein - von der angst vorm altern zerfressener asket -, der völlig vereinsamt - aber hundertjährig - abends vor seinem telefon sitzt - und auf mögliche anrufe seiner freunde vergeblich hofft, - weil diese entweder schon vor ihm den löffel abgeben haben (sie konnten sich einfach nicht das dinner verkneifen) - oder sie das dinner-cancelling auch betreiben, es aber keinen ausreichend grund mehr gibt sich abends zu treffen (das gemeiname essen fällt ja weg!).
FAZIT: dinner-cancelling scheint eine äußerst a-soziale sache zu sein!
|
|
|
anziehungskraft
jeder weiß aus eigener erfahrung, dass man den liebt, der einem ähnlich ist, der so denkt und fühlt wie man selbst, aber auch das gegenteilige phänomen ist genauso häufig vorhanden. warum?
"die unähnlichkeit kann wie die ähnlichlichkeit eine ursache gegenseitiger anziehung sein." (emile durkheim: über soziale arbeitsteilung, 1930) - das ist nichts neues aber jetzt kommts -
allerdings mit einschränkungen - so suchen sparsame bzw. geizige nicht die gesellschaft von verschwendern bzw. großzügigen, kritische menschen nicht die freundschaft von kritiklosen duckmäusern.
ergo: "Nur Unterschiede einer bestimmten art fühlen sich zueinander hingezogen" (ebd.
durkheim nennt diese tatsache treffend die "vereinende unähnlichkeit".
So gibt es "eine Art der Unähnlichkeit, die zurückstößt, und eine andere, die anzieht; eine, die zur Rivalität führt, und eine, die zur Freundschaft führt. Wenn eine (der beiden Personen) etwas hat, was die andere nicht hat, was sie aber wünscht, dann liegt in dieser Tatsache der Ausgangspunkt eines POSITIVEN REIZES." (bain zit. in: durkheim 1930)
so erklärt sich nach durkheim die anziehungnskraft die von unterschieden ausgeht. (voraussetzung ist allerdings ergänzung- eben der positive reiz, nicht der negative wie neid & rivalität)
|
|
|
humor+kunst vs. schule+gesellschaft?

schule allgemein, insbesondere jedoch der deutschunterricht, scheinen die besondere fähigkeit zu besitzen gesellschaftskritische gedanken von schriftstellern in absolut unerträglich-öde konformität zu verwandeln. +++ das schule dabei systemstabilisierend sein will und muss, ist dabei obligatorisch, aber muss sie geistiggesunde durch das mittel der langeweile gleich völlig von weisen gedanken fernhalten? +++ dieses fernhalten geschieht paradigmatisch z.b. bei dem 1. deutschen nobelpreisträger für literatur nach`45:
HEINRICH BÖLL er ist uns nur allzu bekannt aus endlosen deutschstunden, die seine großen depressiv-anmutenden prosalangweiler "ansichten eines clowns" und "die verlorene ehre der kathi b." bis zum kompletten gehirntod der schüler durchkauen.
was vorenthalten wird: ist der absolut aktuelle bezug seiner gedanken zu gesellschaft, literatur bzw. kunst im allgemeinen.
so formuliert er sein leitziel als AUTOR/ KÜNSTLER :
"Es ist unsere Aufgabe, daran zu erinnern, daß der Mensch nicht nur exisitiert um verwaltet zu werden und daß die Zerstörungen in unserer Welt nicht nur äußerlicher Art sind und nicht so geringfügiger Natur, daß man sich anmaßen kann, sie in wenigen Jahren zu heilen." (böll: bekenntnis zur trümmerliteratur, 1952) +++ wie würde ich mir mehr solche künstler wünschen, die nicht nur die ästhetik ihrer kunst, sondern auch die "ästhetik des humanen" (böll: frankfurter vorlesungen, 1964), also einer gesellschaft, in den focus ihrer arbeit stellen. denn die verwaltung des menschen schreitet immer mehr voran (hartz IV, gesunsheitsreform, neuer reisepaß) und keiner erreicht die menschen mehr. +++ auch sein verständnis von HUMOR, den er essentiell für humanes handeln hält formuliert er:
"Mir scheint, es gibt nur eine humane Möglichkeit des Humors: Das von der Gesellschaft für Abfall Erklärte, in seiner Erhabenheit zu bestimmen." (böll gefunden in fricke 1989)
ein äußerst beunruhigender gedanke für eine gesellschaft, die aus unterschieden ihr kapital schlägt!
|
|
|
götter
böse, zischelnde zungen brachten also schmerz und verderben selbst über ewige götter. und die armen götter, oben am himmel wandeln sie, qualvoll, trostlos unendliche bahnen, und können nicht sterben, und schleppen mit sich ihr strahlendes elend.
ich aber, der mensch der niedriggepflanzte, der tod-beglückte, ich klage nicht länger.
buch der lieder - heinrich heine
|
|
|
vanille- und schokoladentypen
die welt, in der wir leben ist geteilt! wie du wußtest das noch nicht? wenn du in dich rein horchst hast du das eigentlich immer schon gewußt...
die teilung fing schon in der grundschule an, genauer gesagt in der großen pause mit der "trinkmilch".
da gibt es die einen, die die sog. "vanillemilchtrinker" sind und die anderen, die ausschließlich die schokomilch trinken. (natürlich gibt es da noch die unentschlossenen und die mitläufer, die sich normale milch -ohne geschmack- bestellen)
es bilden aber diese beiden gruppen (schoko und vanillemenschen) die welt und somit auch ihre teilung aus. denn laut der birtheanischen theorie "de homo schokoladiensis et de homo vanillicus" ist es in erster linie keine genuine frage des geschmacks schoko oder vanille zu mögen, sondern es ist viel mehr eine frage des lebensstils bzw. des menschentyps.
die empirie meiner grundschulzeit gibt mir recht, aber nicht nur die, sondern auch ein artikel des konkurrenzplattes von "psychologie heute" der berliner kurier stimmt mir zu.
(auch wenn er leider nicht den urheber dieser theorie nennt - der prozess läuft schon wegen raub geistigen eigentums!!!-) . zumindest die grobe kategoriefindung stimmt. demnach sind:
vanilletypen meist: spontan, quirlig, extrovertiert, oberflächlich, künstlerisch, cool, lebenslustig, unsteht, sahne/rahm-saucen-genießer, ein wenig zum langweiligsein neigend, figur: schlank-dünn.
schokotypen: stetig, leidenschaftlich, tief, träumerisch, zurückhaltend, verlässlich, , rote-saucen-verehrer, rassig, figur: normal-dick.
meist trifft man im "feld" keine reinformen dieser 2 typen an, jedoch zeichnet sich fast immer eine grobe richtung ab. mimikry kommt auch häufig vor.
na nun überzeugt!? endlich weißt man wer man ist!
|
|
|
[erste Seite] [eine Seite zurück]
[eine Seite weiter]
|